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Eine ungewöhnliche Präsentation Alfred Schneider, Inka Gisela Kellermann und Martin Krauss im Vorwerk Ulrichstein.
"Man stellt sich hier oben im Vogelsberg auf einen Bergrücken, schaut runter ins Tal. Man macht die Augen zu und behält nicht die Details. Das Unwesentliche fliegt raus!" So beschreibt Alfred Schneider das Entstehen seiner Foto-Grafiken, in einem gewissen Sinne spricht er dabei für alle drei Künstler, deren Arbeiten noch bis zum 1. Januar 2001 im Vorwerk-Museum in Ulrichstein zu sehen sind.

Bild: Plakat zur Ausstellung.
Nicht nur Alfred Schneider, sondern auch Inka Gisela Kellermann als Malerin und Martin Krauss als Schriftsteller und Dichter - alle drei Künstler haben ihre eigene Sichtweise. Nur: Sie gehören zu denjenigen, die ihre Sichtweise künstlerisch hochgradig ausdrücken können, sie machen sie auf verschiedene Weise für den Betrachter sichtbar, für den Zuhörer, für den Leser.
"Eine ungewöhnliche Präsentation, die ganz besondere Strahlkraft hat, weil sie sich mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln dem gleichen Thema annähert. Foto-Grafik, Malerei und Texte stehen nebeneinander und doch miteinander im Dialog", so Landrat Rudolf Marx in der Rede zur Ausstellungseröffnung, bei der es in der Ständerhalle des Vorwerkmuseums reichlich eng wurde zwischen den vielen Gästen.
"Vogelsberg - Faszination einer Landschaft" - eine Ausstellung, eine Dreiecksbeziehung, deren Fäden ineinander greifen. Man hat sich darauf eingelassen: auf das Abenteuer einer Integration. Und bewiesen: Mit Kreativität kann man starke Gegensätzlichkeiten so richtig aufwirbeln lassen und anschließend mit einer gehörigen Portion Feinfühligkeit wieder einfangen. Etwas ganz Neues in einer eigenen Dimension ist entstanden, wobei die Individualität des Einzelnen nicht gekappt wird: Inka Gisela Kellermann, Alfred Schneider und Martin Krauss, drei Künstler mit Werken aus dem Vogelsberg, der Region, wo sie zuhause sind. "Es ist ihnen, wie ich meine hervorragend gelungen, die herbe Schönheit der Vogelsberger Landschaft einzufangen", so Rudolf Marx.

Bilder: askrafic
Acht Themengruppen verteilen sich, interessant und eigenwillig zusammengestellt: "Landschaft", "Wasser", "Bäume", "Flächen", "Holz", "Ulrichstein" und "Apokalypse?". "Die drei Autoren dieser Ausstellung wollen dazu auffordern, Fragen zu stellen. Jedes Bild ruft individuelle Gedanken hervor. Die Texte faszinieren, sie regen stets zum Nachdenken an. der Vogelsberg wird in dieser Ausstellung gleich mehrfach von allen Seiten beleuchtet", so Bürgermeister Erwin Horst.
Als stellvertretender Vorsitzender des Vorwerk-Museums sprach Rudolf Scharmann ebenso Begrüßungsworte wie Armin Klein, Geschäftsführer von Pro Vogelsberg. Erwin Fauß beschrieb Alfred Schneider als einen "multidisziplinären Vogelsberger Publizisten", der mit seiner Idee die Ausstellung initiierte. jemand der den kratzigen Schilfbüscheln im Wasser über die Scannertechnik im Computer warme puschelige Sinnlichkeit verleiht. Der sich nicht scheut, eine Apokalypse aufzuzeigen, mit einem Skelett in der überdüngten, zusammengebrochenen Buche.
Stark in expressiven Farben und Formen Inka Gisela Kellermann mit Gemälden von "positiver energetischer Ausstrahlung". Martin Krauss schrieb seine Texte teilweise zu den Bildern, teilweise hatte er sie in der Schublade: "Der Stein: glückliches Schweigen ohne Warten auf ein Geräusch," aus einem kurzen Gedicht aus seinem Lyrikband "Außen Ton Innen Geräusch".
In die Beobachtungen und Diskussionen der Gäste schlichen sich die Klangcollagen von Frieder Krauss und Wolfgang Gruner. Aus improvisierter Musik, Geräuschen und Klängen aus der Umwelt - das Mikro in der tibetanischen Klangschale, die Geräusche des Computerdruckers, während seine Düsen gereinigt werden. Ein surrealistischer Mix auf Violine, Gitarre, auf der mongolischen Pferdekopfgeige, auf Keybord, mit Stimme der Konga entließ den Besucher in seine eigenen Beobachtungen.
(Lauterbacher Anzeiger vom 13. November 2000)
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